Übergang: Berufsleben - Ruhestand

Auswertung Seniorenbefragung

Im Rahmen des Projekts wurde auch eine Befragung durchgeführt, die sich auf den Übergang zwischen Berufsleben und Ruhestand bezogen hat. Die Befragung erfolgte in zwei Phasen. In einem ersten Schritt wurden Fragebögen an Teilnehmer von Veranstaltungen der Volkshochschule des Regionalverbands Saarbrücken verteilt, die sich an ein älteres Zielpublikum gerichtet haben – mithin an Teilnehmer in der Phase dieses Übergangs, oder an Teilnehmer, die diese Phase gerade abgeschlossen haben. Insgesamt konnten 120 Fragebögen ausgewertet werden.

Die jüngsten Befragten sind 41 Jahre alt (2 Personen), die älteste ist 87 Jahre alt. Insgesamt sind aber nur vier der Befragten unter 50 Jahre alt, und nur sechs Probanden sind über 80. Wir haben also eine Ballung im Bereich der drei Jahrzehnte zwischen 50 – 79.

Damit scheint die Befragung in etwa den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand abzudecken. Wenn von einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren ausgegangen wird, hätten wir fast die Hälfte der Befragten vor und nur wenig mehr als die andere Hälfte nach diesem Lebensjahr. Allerdings gibt es vermutlich einige Probanden, die die Vorruhestandsregelung nutzen; zudem wird gleich erläutert werden, dass es unter den weiblichen Probanden relativ viele Hausfrauen gibt, die also in der Regel nicht gearbeitet haben oder nur bis zur Geburt des Kindes / der Kinder, also nur wenige Jahre. Insgesamt muss deshalb doch davon ausgegangen werden, dass ein deutliches Übergewicht auf der Seite der "Nicht-Arbeitenden" und also insbesondere der Ruheständler existiert. Es dominieren ganz eindeutig die weiblichen Befragten. 27 der Rückläufe kamen von Männern, aber 92 von Frauen – nicht ganz drei Viertel der Fragebogen stammen also von Frauen.

Unter anderem wurden die Teilnehmer auch gefragt, ob sie bereit wären, ergänzend an einer qualitativen Befragung teilzunehmen. Knapp zehn Prozent der Befragten gaben ihre Adresse an (11 von 120). Bemerkenswerterweise war hier das Verhältnis der Geschlechter umgekehrt zum Geschlechterverhältnis der eingegangenen Fragebögen: Während dort zwei Drittel der Fragebögen von Frauen kamen, war hier die Relation noch einseitiger und, wie gesagt, konträr (so dass also das Verhältnis der zum qualitativen Interview bereiten Frauen noch deutlich ungünstiger war: Nur 3 der 11 Adressen stammten von Frauen, 8 von Männern.

Von daher ist bereits die Aussagekraft der qualitativen interview in besonderem maße begrenzt, da offenbar eine sehr spezielle Selektion entstanden ist. Im Übrigen ist die Selektion bezüglich der tatsächlich durchgeführten Interviews noch begrenzter. – Grundsätzlich wurde den Interessenten bei der telefonischen Kontaktaufnahme angeboten, das Interview in der vertrauten Umgebung der eigenen Wohnung (und damit auch in deren Schutzraum) durchzuführen, oder in einem Raum der VHS (wobei unterstellt wurde, dass diese Institution als seriös angesehen wurde). In der Tat gab es dann weitere signifikante Entwicklungen. Fünf der acht Männer baten, das Interview in deren Privaträumen durchzuführen, drei waren bereit, zur VHS zu kommen.

Offenbar ist die Wahrscheinlichkeit, ein Interview abzulehnen, größer, wenn der verabredete Ort die Privatwohnung ist – offenbar ist dies bereits ein Indikator für Unsicherheit. Zwei Männer sagten die Interviewtermine bereits im Vorfeld ab, zwei weitere waren nicht mehr bereit, als ihnen bewusst wurde, dass die Gespräche mit der Videokamera aufgezeichnet werden sollten (obgleich dies im Vorfeld telefonisch angekündigt worden war).

Die Unsicherheit bzw. Angst scheint also bei unserer Zielgruppe groß gewesen zu sein. Zwei der drei Frauen waren bereit, zum Interview in die Räume der VHS zu kommen. Hier ist also die Relation der „couragierten“ Probanden größer als bei den Männern – wobei ja der geringe Anteil der sich überhaupt bereit erklärenden Frauen bereits eine extreme Selektion dargestellt hatte. Im weiteren Verlauf sagte denn auch die Frau, die zu einem Interview in ihrer Wohnung bereit war, ab, ebenso eine der beiden Frauen, die zu einem Interview in der VHS bereit waren. Letztlich konnte also nur eine Frau interviewt werden.

Die Antworten sind mithin nicht repräsentativ; sie sind auch äußert disparat. Dennoch geben sie verschiedene, teilweise sehr interessante Denkanstösse zur Thematik. Die Darstellung kann dem beigefügten PDF-Dokument entnommen werden.

Ausführliche Beschreibung als pdf-Datei

Video vom Projekt Profilpass an der ERS Sulzbach Video Übergang zwischen Berufsleben und Ruhestand im flv-Format

Video vom Projekt Profilpass an der ERS Sulzbach Video Übergang zwischen Berufsleben und Ruhestand im mpg-Format

 

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