Der Regionalverband Saarbrücken wurde mit seinem Projektantrag im Rahmen des Bundesprojektes "Lernen vor Ort" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Förderung ausgewählt. Der Regionalverband ist einer von 17 Kreisen und 23 Städten aus 15 Bundesländern, die für die Teilnahme am Projekt berücksichtigt werden. Insgesamt hatten sich 200 Städte und Kreise beworben.
Am 17. Juni wurde in Berlin die Urkunde von der Staatssekretärin im BMBF Cornelia Quennet-Thielen an vhs-Direktor Wilfried Schmidt in Vertretung der Verwaltungsspitze für den Regionalverband Saarbrücken überreicht.
"Lernen vor Ort" als größtes Programm des Bundes zur Weiterentwicklung des lebensbegleitenden Lernens ist einen wichtigen Schritt vorangebracht worden: Die besten Konzepte deutscher Kommunen für innovative regionale Bildungsangebote wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet. "Mit dem 60 Millionen Euro umfassenden Programm stärken wir in einer einmaligen Partnerschaft aus Bund, Kommunen und Stiftungen den Standortfaktor Bildung", sagte die Staatssekretärin im BMBF, Cornelia Quennet-Thielen, in Berlin. "In den Kommunen durchlaufen die Menschen ihre Bildungsbiographie - von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Erwachsenenbildung. Wir fördern deshalb Konzepte, in denen aufeinander abgestimmte Bildungsangebote das lebensbegleitende Lernen weiterentwickeln. Die 40 ausgewählten Projekte sind der beste Beweis dafür, wie Lernen vor Ort zum unmittelbaren Nutzen der Bürgerinnen und Bürger praktiziert werden kann."
Mit dem unter Federführung der Abteilung Berufliche Weiterbildung der Volkshochschule des Regionalverbandes in Kooperation mit dem DFKI (Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes) erarbeiteten Antrag wurde eine Fördersumme von voraussichtlich ca. 1,3 Millionen Euro für mehrere Stellen und die Vergabe von Aufträgen eingeworben. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre.
Die Herausforderungen des demographischen Wandels - im Saarland ist das ein deutlich absehbarer Bevölkerungsrückgang innerhalb der nächsten zehn Jahre - gewinnen in der öffentlichen Diskussion immer mehr an Bedeutung. Der Bildungssektor spielt bei den dabei zu verfolgenden Handlungsstrategien eine herausragende Rolle. Die Verantwortlichen des Regionalverbandes setzen im Projekt "Lernen vor Ort" auf eine Weiterentwicklung der Managementstrukturen des regionalen Bildungswesens und eine Neuausrichtung des Bildungsangebots. Dabei bildet die technische Bildung als Schlüsselelement der Innovationspolitik wie als prägender Faktor einer sich rasant verändernden alltäglichen Umwelt einen besonderen Schwerpunkt.
Im Einzelnen plant der Regionalverband Saarbrücken die Etablierung eines Bildungsmanagementsystems inklusive der dazugehörenden Kommunikations- und Netzwerkstrukturen. Für die konkrete Umsetzung dieses Plans soll eine "Stabsstelle Bildungsmanagement" in der Regionalverbandsverwaltung eingerichtet werden. Diese Stabsstelle soll alle Bildungs- und Weiterbildungsangebote regionalverbandsweit katalogisieren, vernetzen und helfen, eine optimale Versorgung der Bürger und Bürgerinnen abzusichern.
Die zu erarbeitende Gesamtstrategie für den Bildungssektor im Regionalverband Saarbrücken soll auf der Basis eines tragfähigen Bildungsmonitoring-Ansatzes entwickelt werden, der auch als Grundlage für operative bildungsplanerische und bildungspolitische Entscheidungen etabliert werden soll. Bildungs- und Weiterbildungsbedarfe können so empirisch begründet und realistisch geplant werden.
Der Verbundpartner DFKI engagiert sich schwerpunktmäßig in den grundlegenden Aktionsfeldern Bildungsmonitoring, Bildungsübergänge und Bildungsberatung. Ziel ist der Aufbau eines Bildungsberatungsnetzwerkes, dessen Struktur parallel in einer Online-Infrastruktur abgebildet werden soll. In der "Virtualisierung" von Beratungsdienstleistungen sehen die Verbundpartner eine realistische Alternative zu der verzweigten und disparaten Bildungsberatung in den herkömmlichen Strukturen und Zuständigkeiten der unterschiedlichen Anbieter und Institutionen. Online-Infrastrukturen stehen bereits in anderen Zusammenhängen, etwa mit dem Saarlernnetz und der Saarländischen Weiterbildungsdatenbank bereit. Es fehlte bisher jedoch die stärkere Zielgruppenorientierung auf ältere Menschen und Jugendliche, insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund. Dabei wird an die guten Erfahrungen im Selbstlernzentrum der Saarbrücker City (Berliner Promenade) angeknüpft, welches zu einem innovativen Beratungsstützpunkt ausgebaut und nachhaltig konsolidiert werden soll.
Die Aktivitäten im Aktionsfeld Übergangsmanagement werden sich vorrangig auf den Übergang "Erwerbsleben - Ruhestand" beziehen mit Beratungs- und Qualifizierungskonzepten für Ältere, die auch die Gesundheit, Belastbarkeit, materielle Absicherung, altersgemäße Weiterbildung, gezielte Änderung der beruflichen Einsatzschwerpunkte, Teilhabe am Gemeinwesen und andere Faktoren umfassen. Ziel ist vor dem Hintergrund einer sich tendenziell verlängernden Lebensarbeitszeit die Herausbildung altersgerechter Strukturen in der betrieblichen Arbeitsgestaltung und -Organisation wie in der individuellen "Übergangskompetenz" in den (Un-) Ruhestand. Als weitere Schwerpunkte sind die Konzeption und Koordinierung von Maßnahmen zur Sprach- und Integrationsförderung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ebenso wie die Entwicklung innovativer Qualifizierungskonzepte für ältere Menschen vorgesehen.
Ebenso wichtig ist dem Regionalverband und dem DFKI die im Aktionsfeld "Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft" des Programms "Lernen vor Ort" beabsichtigte Entwicklung innovativer Qualifizierungskonzepte in Kooperation mit Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen zur Verbesserung technisch-wissenschaftlicher Kompetenzen bei Jugendlichen.
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